...gehört zu den größten Feudalburgen auf dem Gebiet des heutigen Freistaates Thüringen
(Fläche: 0,415 ha). Sie wurde auf einem 527 m hohen Muschelkalkberg an der Wasserscheide zwischen
Main und Werra erbaut. Unweit der Burg verliefen früher bedeutende Verkehrsstraßen zwischen Mitteldeutschland und Franken (Weinstraße und Straße durch das Haßfurttal zur Werrafurt bei Walldorf).
Besiedlung des Berges in der frühen Eisenzeit (durch jüngere Ausgrabungen nachgewiesen).
Vermutete Gründung der Burg (kleinere Anlage)
Erste urkundliche Erwähnung des Namens Henneberg, Gotebold 1. (gest. um 1100) nannte sich Graf von Henneberg.
Erstmals trat die Berghenne im Siegel der Henneberger auf.
Die Burg erlebte unter Poppo VII. ihre Glanzzeit. Erweiterung der Burganlage. Kriegerische Auseinandersetzungen mit dem Bischof von Würzburg. Der Herrschaftsbereich erstreckt sich zeitweilig etwa vom Main bis zum Kamm des Thüringer Waldes.
Teilung der Grafschaft und Begründung der Sonderlinien Schleusingen, Hartenberg und Aschach. Schloss Bertholdsburg in Schleusingen wurde als Residenz der Vorzug gegeben. Die Bewachung der Burg wurde etwa 30 Burgmannen unter Führung eines Burgvogtes anvertraut.
Die Grafen von Henneberg wurden in den Fürstenstand erhoben.
Die Burg war gemeinsamer Besitz der Schleusinger und der Römhilder Linien. Die Schleusinger hatten die Hälfte der Burg an die Römhilder als Mitgift verpfändet. Streitigkeiten um Besitztümer und Erhaltung der Burg waren die Folge.
Niederbrennung und Zerstörung der Burg durch den Bildhäuser Haufen im Bauernkrieg.
Die Burg kam wieder in Alleinbesitz der Schleusinger Linie (Römhilder Linie ausgestorben)
Georg Ernst der letzte Graf von Henneberg starb im Dorfe Henneberg, der Besitz fiel dem Herrscherhaus Wettin (Sachsen) zu.
Die Burg wurde schon teilweise als Steinbruch verwendet.
Spätestens im Laufe des Dreißigjährigen Krieges (1618‑48) wurde die Burg gänzlich verlassen, seitdem unbewohnt und Ruine.
Die Ruine "befindet sich in fortschreitendem Zerfalle" (Christian Juncker, 1703).
Herzog Georg I. veranstaltete ein Volksfest auf dem Burggelände. Zu dessen Vorbereitung wurden einige Arbeiten an der Burg und an den Wegen ausgeführt, auch wurde ein Zugang in den Bergfried gebrochen.
Stürme zerstörten größere Teile der Ruine. Die Herzöge von Meiningen veranlassten Umbauten, Anbauten und Erhaltungsmaßnahmen. Der Rundturm an der Westmauer, die darüber liegenden Fenster. Die Stützpfeiler an der Westmauer, der Rundturm an der Westmauer, die darüberliegenden Fenster, die Treppen zum Rundturm und zum Bergfried stammen aus dieser Zeit.
Grabungen durch Landbaumeister Abesser. Von ihm stammt ein Grundriss, der aber nach neuesten Grabungsergebnissen teilweise korrigiert und ergänzt werden muss.
Zur Erhaltung der Burgruine wurde nur sehr wenig getan.
Die Burg wurde wieder zugänglich (vorher Grenzgebiet und Sperrzone in der DDR).
Umfangreiche Erhaltungsmaßnahmen am Mauerwerk. Ausgrabungen,
veranlasst durch das Landesamt für archäologische Denkmalpflege in Weimar.